ZVK Büroneubau

Robust und energieeffizient

Ausgangspunkt der Planung für die vier Neubauriegel sowie die Sanierung des Haupthauses war das Ziel, Energieeffizienz, Komfort sowie niedrige Investitions- und Betriebskosten mit möglichst wenig Gebäudetechnik zu erreichen.

Bauherr
Zusatzversorgungskasse des Baugewerbes VVaG Wiesbaden
Architekt und Generalplaner
Herzog & Partner, München
Projektlaufzeit
1996 – 2000

DS-Plan Leistungen

Fassadentechnik, Energiedesign, Revitalisierung

Innovative Ansätze waren dabei seitens des Bauherrn ausdrücklich erwünscht. Mit dem Entwurf der Architekten wurde hierfür eine hervorragende Basis geschaffen. Die Neubauriegel bestehen aus einem Unter- und Sockelgeschoss sowie vier bzw. fünf Obergeschossen. Das Sockelgeschoss dient der Erschließung der Riegel. Zudem sind dort Sondernutzungen wie Konferenzräume, Restaurant und Küche untergebracht. Im Untergeschoss befinden sich die Lager- und Technikräume sowie das zentrale Rechenzentrum der SOKA-BAU. Die Obergeschosse dienen ausschließlich als Büroräume. Die Riegel besitzen mit 13 Meter eine effiziente Tiefe für eine sehr gute natürliche Lüftung und Belichtung der Nutzflächen. 

Fassade:
Dreifachverglasung
Natürliche Lüftung (zweistufig)
Außen liegender, tageslichtlenkender Sonnenschutz

Raumklima:
Bauteilaktivierung und Heizelement

Energiekonzeption:
Blockheizkraftwerk mit Absorptionskälte
Hybridkühler für natürliche Kühlung

Regenerative Quellen:
Natürliche Nachtkühlung
Abwärmenutzung

Die Ausführung von DS-Plan
  • Fassade

    Intelligente, dezentrale Lüftungsfassade, ohne Ventilatoren in die Fassade integriert. Während des Winters stehen verschließbare Lüftungsspalte zur kontrollierten Lüftung zur Verfügung, die aufgrund ihres Abstands und ihrer Größe auf natürliche Weise den hygienischen Grundluftwechsel im Raum sicherstellen. Im Sommer lassen sich Drehflügel zur großzügigen Fensterlüftung nach außen öffnen.

    Hochwärmegedämmte Fassade aus einer Dreifachverglasung und hochgedämmten Fassadenprofilen. Aufgrund der hohen Oberflächentemperaturen von über 15 Grad Celsius kann auf einen Heizkörper zur Raumheizung verzichtet werden. Lediglich ein „Mini-Heizelement“ ist in der Lüftungsfassade integriert.

  • Energiedesign und Technische Gebäudeausrüstung

    Niedertemperaturheizung und Hochtemperaturkühlung in Form einer geregelten, estrichintegrierten Bauteilkühlung. Der Neubau war eines der ersten Gebäude mit großflächiger Verlegung von thermisch aktiven Bauteilen Mitte der 1990er-Jahre in Deutschland. 

    Energieversorgung mit Kraft-Wärme-Kältekopplung und freier Nachtkühlung für die Bauteilkühlung. Kraft-Wärmekopplung oder Blockheizkraftwerk (BHKW) bezeichnet die Kopplung eines Verbrennungsmotors mit einem Generator zur Erzeugung von Strom und Wärme. Als Kraftstoff wird Erdgas verwendet. Im Gebäude kommen zwei BHKW zum Einsatz, die bei Stromausfall gleichzeitig als Notstromversorgung dienen. Ein großer Teil des erzeugten Stroms findet direkt im Gebäude selbst Verwendung. Überschüssiger Strom wird in das Netz des Stromversorgungsunternehmens zurückgespeist. Die erzeugte Wärme wird sowohl für die Beheizung des Gebäudes als auch für die Kälteversorgung mittels einer Absorptionskältemaschine genutzt. Die Abwärme der vorhandenen Absorptionskältemaschine wird während der Heizzeit zur Beheizung der thermoaktiven Decken verwendet.

Die Bildrechte der im Artikel verwendeten Fotos liegen bei: © Herzog + Partner