Vodafone-Hochhaus

Sanierung von oben nach unten

Das Vodafone-Hochhaus, Höhe 89 Meter, erbaut im Jahre 1954 bis 1956, ist denkmalgeschützt. Den Architekten RKW wurde die anspruchsvolle Aufgabe übertragen, das bekannte Gebäude am Düsseldorfer Rheinufer, das frühere Mannesmann-Hochhaus, vollständig zu sanieren.

Bauherr
Vodafone Group, Düsseldorf
Architekt und Auftraggeber
RKW Rhode Kellermann Wawrowsky, Düsseldorf
Urheber-Architekt
Paul Schneider von Esleben †2005

DS-Plan Leistungen

Bauphysik, Fassadentechnik, Revitalisierung

Aufgrund der sehr engen Terminvorgaben des Bauherrn und der gravierenden Schadstoffbelastungen im Gebäude konnte nur eine Sanierung von oben nach unten zum Projektziel führen.

Der Denkmalschutz verlangte gemeinsam mit dem zu diesem Zeitpunkt noch lebenden Urheber-Architekten einen millimetergenauen Nachbau der Fassade. Die mit Einfachglas verglaste Fassade im Sanierungsjahr 2001 von einem Ucw-Wert von circa 5 W/m2K auf circa 1,6 zu ertüchtigen, war nicht das größte zu lösende Planungsproblem. Das eigentliche Thema war das Gewicht der Fassade in Verbindung mit den lastübertragenden Konsolen. Weit verbreitet ist die Annahme, dass die Tragwerksplaner die einzelnen Gebäudebestandteile ohnehin stets überdimensioniert haben. Das genaue Gegenteil war der Fall. Der Rohbau durfte, wenn irgendwie möglich, nur mit wenig mehr Fassadengewicht belastet werden. Die alte Fassade wog 41 kg/m2. Die neue Fassade konnten wir nach mehreren „Abmagerungskuren“ unter Verwendung von normalen Fassadenbaumaterialien auf nur 45,2 kg/m2 abspecken – inklusive Zweifach-Sonnenschutz-Isolierglas und Absturzsicherung. Für die Fassadenmontage wurde ein Montagekran per Hubschrauber auf das Dach des Gebäudes geflogen, sodass die Zeitvorgaben für die Montage der vollelementierten Fassade ohne Gerüststellung eingehalten werden konnten.

Die Bildrechte der im Artikel verwendeten Fotos liegen bei: © Holger Knauf Düsseldorf/ H. G. Esch Hennef