Stuttgart 21

Infrastruktur für die Mitte Europas

Kernstück von Stuttgart 21 ist die Umwandlung des bestehenden 16-gleisigen Kopfbahnhofs in Stuttgart in einen achtgleisigen, tiefer liegenden Durchgangsbahnhof für den Fern- und Regionalverkehr. Gegenüber dem heutigen Hauptbahnhof wird dieser um circa 90 Grad gedreht. Der neue Hauptbahnhof wird durch unterirdische Zulaufstrecken angebunden.

Bauherr
Deutsche Bahn AG
Architekt/Generalplaner
Ingenhoven Architekten, Düsseldorf

DS-Plan Leistungen

Generalfachplanung, Fassadentechnik, Energiedesign, Bauphysik

Die Herausforderung liegt in der Konzeption und Entwicklung eines einmaligen, für Stuttgart charakteristischen Bahnhofterminals. DS-Plan unterstützt Ingenhoven Architekten mit Bauphysik, Fassadentechnik, Gebäudetechnik und Energiedesign als Generalfachplaner. Die größte technische Herausforderung liegt zweifellos in der Infrastruktur. Hierzu wurde in einem ersten Schritt ein unterirdisches Technikbauwerk geschaffen, das die zukünftige Versorgung der Bahnhofshalle sicherstellen muss.

Da sämtliche Umbaumaßnahmen in der Bahnhofshalle, der Verkehrsstation und im Bonatzbau unter laufendem Betrieb erreicht werden müssen, wird über eine „Verdrängungsplanung“ die alte Technik durch neue Infrastruktur und neue Technologie verdrängt und gleich so konzipiert, dass sie den zukünftigen Anforderungen gerecht wird. Diese Konzeption und Planung ist nur unter ganzheitlichen Gesichtspunkten zu entwickeln, wobei dies auch die zukünftigen Nutzungen und die verschiedene Realisierungsabschnitte des Bahnhofsprojektes berücksichtigt. Trotz der unterirdischen Konzeption der Verkehrsstation wird über Lichtaugen eine sehr große Tageslichtautonomie mit geringem Kunstlichteinsatz erreicht.

Raumklima:
Natürliche Lüftung
Natürliche Belichtung

Regenerative Quellen:
Natürliche Lüftung
Nachtkühle

Die Ausführung von DS-Plan
  • Energiedesign

    Beim neuen Bahnhof von Stuttgart 21 wird die unterirdische Lage genutzt, um möglichst angenehme Aufenthaltsbedingungen im Sommer und Winter für die Reisenden zu schaffen, ohne hierfür Energie aufzuwenden. Hierzu wurde das thermische Verhalten im Bahnhof bei ein- und ausfahrenden Zügen analysiert und die sich dabei einstellenden Luftströmungen durch richtig angeordnete natürliche Lüftungsöffnungen und Schwallbauwerke optimiert. Mit Simulationsrechnungen konnte gezeigt werden, dass durch geschickt geöffnete bzw. geschlossene Abluftklappen die Luftströmungen so geführt werden können, dass die Lufttemperatur auf dem Bahnsteig nicht unter fünf Grad Celsius fällt.

    Dies geschieht selbst dann nicht, wenn die Außenluft auf minus zehn Grad Celsius absinkt. Um dies zu erreichen, werden die angrenzenden Tunnelröhren als natürlich funktionierende Lufterdwärmetauscher genutzt. Dieses Prinzip funktioniert natürlich auch im Sommer. Die durch die Tunnelbauwerke nachströmende Außenluft wird hierbei durch den kühlen Lufterdwärmetauscher abgekühlt.

  • Technische Gebäudeausrüstung

    Da die meisten Anlagen der technischen Infrastruktur mitten im Gebäudekomplex liegen, wurde in einem ersten Schritt ein unterirdisches Technikbauwerk geschaffen. Es stellt die zukünftige Versorgung der Bahnhofshalle sicher. Darauf aufbauend wird über eine „Verdrängungsplanung“ die alte Technik durch neue Infrastruktur und neue Technologie verdrängt. Damit konnte die Heizleistung um circa 40 Prozent reduziert, der Aufwand für die maschinellen Lüftungsanlagen um rund 30 Prozent gesenkt und durch hocheffiziente Wärmerückgewinnungsanlagen der Energiebedarf zum Erwärmen der Außenluft um 70 Prozent im Vergleich zu den alten Anlagen verringert werden. Mit der Verdrängungsplanung hat man somit auch die alte, ineffiziente Technik durch neue, nachhaltige und energiesparende Technik ersetzt. 

Die Bildrechte der im Artikel verwendeten Fotos liegen bei: © DB Projekte Süd GmbH