PlayMobil FunPark

Glasklar und komfortabel

In Zirndorf steht der PlayMobil Indoor FunPark. Ziel war es, spielenden Kindern eine Umgebung mit höchst möglichem Tageslichtanteil und gleichzeitig minimalen Energiekosten zu geben. Das Gebäude ist über eine Fläche von 3.000 Quadratmetern komplett über das gesamte Dach und allen vier Fassaden verglast und wird zum größten Teil natürlich belüftet.

Bauherr
Brandstätter Gruppe, geobra Brandstätter GmbH & Co. KG (playmobil) Zirndorf bei Nürnberg
Architekt und Generalplaner
Spengler Architekten, Nürnberg
Projektlaufzeit
2001 – 2006

DS-Plan Leistungen

Fassadentechnik, Bauphysik, Energiedesign, Energiemanagement

Übliche Rechenverfahren sind für solche Bauwerke nicht aussagekräftig genug, wenn es um die Entwicklung eines optimalen Raumklimas geht. Hier sind Effekte wie Kaltluftabfall an den Fassaden und am Dach, Lüftungsverluste über Fugen bei hohen Windgeschwindigkeiten, lokale Empfindungstemperaturen in den Aufenthaltszonen sowie der thermische Auftrieb wesentliche Kriterien zur Dimensionierung und Anordnung der Heiz- und Kühlelemente im Raum. Derartig detaillierte Analysen erfordern Simulationsrechnungen, mit denen das thermisch-dynamische Verhalten des Gebäudes in Verbindung mit der Anlagentechnik und der konzipierten natürlichen Lüftung berechnet werden kann.

Fassade:

Zweifachverglasung in der Fassade
Dreifachverglasung im Dach
Kein Sonnenschutz

Raumklima:

Grundlüftung über Quelllüftung
Thermoaktive Bauteile
Ausgefeiltes natürliches Lüftungskonzept mit ca. 350 Lüftungsklappen

Die Ausführung von DS-Plan
  • Fassade

    Den Kriterien am besten gerecht wurde eine Kombination aus neutraler Sonnenschutzverglasung als Zweifachglas in der Fassade und einer Dreifachverglasung im Dach, ebenfalls mit einer Sonnenschutzbeschichtung. Die Öffnungsflächen für die natürliche Lüftung sind über alle Fassaden verteilt angeordnet, um zum einen eine gute Durchmischung des Innenraums mit Außenluft sicherzustellen und zum anderen auf unterschiedliche Wetterzustände reagieren zu können. 

  • Energiedesign und Technische Gebäudeausrüstung

    Im direkten Aufenthaltsbereich wird die Außenluftversorgung mittels einer Grundlüftung mit Schichtströmung und Wärmerückgewinnung unterstützt. Die entstehende Temperaturschichtung in der Halle wird durch eine gezielte natürliche Lüftung über Fassadenklappen stabil gehalten. Zusätzlich wird die Speicherfähigkeit des Gebäudes erhöht, indem alle massiven Deckenflächen über wasserdurchströmte Rohrschlangen temperiert werden.

    Der Freizeitpark ist seit Ende 2005 in Betrieb. Die gebäudetechnischen Anlagen werden erst dann zugeschaltet, wenn mit den natürlichen Potenzialen die Anforderungen nicht mehr eingehalten werden können. So gehen die Lüftungsanlagen erst dann in Betrieb, wenn in Abhängigkeit vom Besucheraufkommen die erforderliche Außenluftrate in der Halle erhöht werden muss oder die Raumtemperatur zu stark ansteigt. Der Hauptteil der Kühllasten mit über 60 Prozent wird jedoch zu jedem Zeitpunkt mit der freien Lüftung über die Fassadenklappen abgeführt.

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