Neubau Oeconomicum

Einzigartiger Institutsbau mit offener Bürolandschaft

Der Neubau des Oeconomicums auf dem Gelände der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf – eine Schenkung der Schwarz-Schütte-Förderstiftung und entworfen von Ingenhoven Architects – liegt am westlichen Ende des Bibliotheksvorplatzes und bildet mit seiner Seitenfassade den neuen räumlichen Abschluss des Platzes.

Bauherr
Schwarze-Schütt Förderstiftung gGmbH
Architekt
ingenhoven architects gmbh Düsseldorf
Projektlaufzeit
2008 – 2011

DS-Plan Leistungen

Generalfachplanung, Energiedesign, Bauphysik, Green-Building-Zertifizierung

Der längsgerichtete Bau passt sich durch seine leichte Krümmung dem Universitätssee an und bietet Raum für die gesamte wirtschafts-wissenschaftliche Fakultät mit ihren 14 Lehrstühlen.

Das Gebäude, insgesamt schwellenfrei und behindertenfreundlich ausgelegt, wurde für eine funktionale Ordnung mit horizontaler Schichtung der Funktionen geplant. Die höher frequentierten Nutzungen befinden sich im Erdgeschoss, während die Arbeitsplätze der einzelnen Lehrstühle auf den beiden Obergeschossen angeordnet sind. Neben maximalem Blickkontakt von den einzelnen Arbeitsplätzen zur Umgebung wird die „Lage am See“ auch durch die zum See hin vorgelagerte, abgestufte Außenterrasse hervorgehoben.

Trotz reiner Südlage kommt das Gebäude dank geothermischer Nutzung ohne zusätzliche Kälteerzeugung aus und erreicht eine Zertifizierung nach dem DGNB-Bewertungsverfahren.

Raumklima:
Steuerbare thermisch aktive Bauteile
Quelllüftung

Material- und Ressourceneinsatz:
Gesundheitsverträgliche Materialien
Primärenergetisch günstige Materialien
FSC-zertifiziertes Holz

Energiekonzeption:
Geothermie mit Wärmepumpe
Fernwärme
Primärenergieaufwand < 100 kWh/m²a

Regenerative Quellen: 
Natürliche Lüftung
Nachtkühlung
Geothermie 

Nachweise:   
DGNB Vorzertifikat „Silber“

Die Ausführung von DS-Plan
  • Bauphysik und Akustik

    Die bauphysikalischen Planungsziele sind auf Basis der DIN 4108 dimensioniert – der Wärmeschutz darüber hinaus nach der Energieeinsparverordnung 2007. Der sommerliche Wärmeschutz für die großflächige Glasfassade auf der Südseite des Gebäudes beziehungsweise für die großvolumigen, zum Teil mehrgeschossigen Räume dahinter wurde mit thermischen Simulationen optimiert.

    Alle Anforderungen an den inneren Schallschutz (Fußböden, Decken, Trennwände), den Schallschutz gegen Außenlärm sowie zum Schallimmissionsschutz werden bestens eingehalten. Für die Raumakustik wurden zur Einhaltung der angestrebten Nachhallzeiten umfangreiche schallabsorbierende Flächen, insbesondere in den Großraumbereichen des EG und des 1. OG, notwendig. Über dem 2. OG konnte die  schallabsorbierende Funktion durch Heiz-/Kühldecken erreicht werden.

  • Energiedesign

    Mit der thermischen Gebäudesimulation wurden die Konzepte der Fassade, der Lüftung und Raumkonditionierung in ihrer Wechselwirkung mit der zu erwartenden Nutzung detailliert untersucht. Durch die sehr gute Fassade kann über thermoaktive Decken geheizt und gekühlt werden. Zur individuellen Raumregelung sind zusätzliche Heiz-/Kühldecken in den Zellenbüros und im 2. OG angeordnet, die zudem einen Großteil der Raumakustik leisten. Die raumtemperaturnahen Betriebstemperaturen führen zu einer hohen thermischen Behaglichkeit. Gleichzeitig ist über die transparente Fassade eine sehr gute Tageslichtversorgung gewährleistet. Die Beleuchtung in den Büros wird über Präsenzmelder und Tageslichtsensoren gesteuert. 

    Der konsequente Einsatz von gesundheitsverträglichen Materialien in Kombination mit dem maschinellen Quelllüftungskonzept führt zu einem deutlich geringeren Lüftungsaufwand bei gleichzeitig besserer Luftqualität. Die Lüftungsanlage hat eine hocheffektive Wärmerückgewinnung und eine adiabate Abluftbefeuchtung, wodurch auf eine maschinelle Kühlung verzichtet werden kann.

    Zur Wärme- und Kälteversorgung dient eine Geothermieanlage mit 14 Erdsonden mit einer Tiefe von 140 Metern und einer Wärmepumpe. Die Spitzenlast wird über Fernwärme abgedeckt.

  • Green Building

    Das Oeconomicum wurde als Pilotprojekt für die Vorzertifizierung des deutschen Nachhaltigkeitslabels im Rahmen der Betaphase des Bewer-tungssystems angemeldet. Es erhielt als eines der ersten Gebäude von der Deutschen Gesellschaft für Nach¬haltiges Bauen das DGNB-Vorzertifikat „Silber“ in Auszeichnung der nachhaltigen Qualität.

    Es wird ein Primärenergiebedarf für Heizen, Kühlen, Lüften und Beleuchten von 100 kWh/m2a erreicht.

    Bei den umweltfreundlichen Baumaterialien wurde bewusst auf den Einsatz von tropischen Hölzern, Giftstoffen etc. verzichtet und der Einsatz von Lösemitteln reduziert. Dadurch konnten die Grenzwerte für Ausdünstungen flüchtiger Lösungsmittel und anderer chemischer Substanzen deutlich unterschritten werden.

Die Bildrechte der im Artikel verwendeten Fotos liegen bei: © Holger Knauf / ingenhoven architects