Neubau Verwaltungszentrum

Vom Null- zum Plusenergiegebäude

Die Zusammenfassung der bisher an sehr vielen Stellen in der Stadt verteilten Stadtverwaltung motiviert den Neubau eines zentralen Verwaltungszentrums: klarere Strukturen für die Bürger, Effektivität für die Verwaltung. Die Bebauung ist in drei Baukörper und drei Bauabschnitte gegliedert, wobei der Abriss des Bestandes erst im letzten erfolgen soll.

Bauherr
Stadt Freiburg
Architekt
ingenhoven architects, Düsseldorf
Projektlaufzeit
2013

DS-Plan Leistungen

Generalfachplanung, Energiedesign, Fassadentechnik

Die Planung sieht einen öffentlich nutzbaren, grünen Campus vor, der die Grünflächen des Eschholzparks und des Universitätsklinikums vernetzt. Die abgerundeten Bauformen legen sich locker in diese Parkflächen, ohne diese zu verschließen. Wasserläufe nehmen das Thema der vorhandenen Bewässerungsgräben auf. An der Fehrenbachallee entsteht ein repräsentativer Stadtplatz, der zur neuen Adresse für das Verwaltungszentrum wird. Prägend für den Gesamteindruck der Bauten wird eine Fassade aus vertikalen, gestaffelten Paneelen, die an den zur Sonne exponierten Seiten mit Photovoltaikzellen belegt werden. Weitere PV-Module auf den Dächern und eine Brunnenwasserwärmepumpe setzen auf eine dezentrale Energieversorgung.

Fassade:
3-fach-Verglasung und optimaler Wärmeschutz
Photovoltaik in der Fassade und auf dem Dach

Raumklima:
Thermisch aktive Bauteile
Randstreifentemperierung mit Tiefenfrequenzabsorber

Energiekonzeption:
Plusenergiegebäude
Grundwasser mit Wärmepumpe
Photovoltaik auf dem Dach
Photovoltaik in der Fassade

Regenerative Quellen:
Natürliche Lüftung
Grundwasser
Sonnenenergie

Die Ausführung von DS-Plan
  • Fassade

    Ziel der energetischen Konzeption ist ein Netto-Plusenergiehaus. Hierzu erhält das Gebäude einen optimalen sommerlichen und winterlichen Wärmeschutz. Die Fassade ist dreifach verglast und hat einen moderaten Fensterflächenanteil von circa 60 Prozent. Der Sonnenschutz ist als außenliegender Lamellenraffstore mit Tageslichtlenkung geplant.

    Die innovative Alu-Fassade hat charakteristisch nach außen gefaltete Lüftungselemente. Auf den exponierten Fassadenseiten sind die auskragenden Elemente mit Photovoltaikzellen belegt. Das vertikale Fassadenelement ist gestaltprägend und identitätsstiftend für den Neubau des Verwaltungszentrums.

    Die geschlossen Fassadenelemente sind als Öffnungsflügel zum natürlichen Lüften der Büroräume konzipiert. Die verglasten Fassadenelemente sind festverglast.

  • Energiedesign und Technische Gebäudeausrüstung

    Die Räume werden mit thermisch aktiven Decken beheizt und gekühlt, ein zusätzliches Randstreifentemperierelement ermöglicht die individuelle Regelung. Die Randstreifentemperierelemente sind zudem mit Schalldämmmaterial belegt und verbessern die Akustik im Raum – ein doppelter Nutzen, der die Wirtschaftlichkeit des Konzepts weiter erhöht.

    Geheizt und gekühlt wird mit Grundwasser in Kombination mit einer Wärmepumpe. Damit kann der Energieaufwand auf ein Minimum reduziert werden. Um den Plusenergiestandard zu erreichen erhält das Gebäude auf dem Dach sowie in die Fassade integriert eine Photovoltaikanlage, die mit einer erheblichen Stromproduktion mehr Energie über das Jahr erzeugt, als das Gebäude primärenergetisch benötigt, und dies bei wirtschaftlichen Amortisationszeiten.

Die Bildrechte der im Artikel verwendeten Fotos liegen bei: ingenhoven architects / Illustration: MIR, Bergen ingenhoven architects / Foto: Stadt Freiburg