La grande Mosquée, d‘Alger, Djamaâ El Djazaïr

Neubau der drittgrößten Moschee der Welt

Der internationale Wettbewerb für den initialen Baustein einer neuen Stadtentwicklung Algiers, der Gesamtanlage der „großen“ Moschee, wurde 2008 von KSP Engel und Zimmermann mit fachtechnischer Unterstützung von DS-Plan gewonnen.

Bauherr
ANARGEMA Agence Nationale des Reálisation et de Gestion de Djamaa El Djazai
Architekt und Auftraggeber
KSP Jürgen Engel Architekten mit Krebs und Kiefer Ingenieure
Projektlaufzeit/ Planung
2011/2012

DS-Plan Leistungen

Fassadentechnik

Ein Gesamtkomplex, der täglich 120.000 Besuchern Platz bieten soll. Das markante Bauwerk innerhalb des Moscheekomplexes ist zweifelsohne das 265 Meter hohe Minarett, welches nach seiner Fertigstellung das höchste Bauwerk Afrikas sein wird. Über dem Gebetssaal, der 35.000 Gläubige fassen wird, wurde eine Kuppel mit 52 Metern Durchmesser konstruiert. Die fassadentechnische Herausforderung lag auf der Erarbeitung von technischen erdbebengerechten Lösungen und deren Umsetzung. Zu berücksichtigen waren neben der Technik vor allem historische, religiöse und gestalterische Aspekte.

Die Fassaden des Minaretts und der Moschee selbst werden mit über 15.000 Quadratmetern der filigranen Ornamentik und dem Vorbild traditioneller islamischer Muster versehen. Die Moucharabieh-Elemente, definitionsgemäß dekorative Holzgitter aus dem arabischen Raum, werden multifunktional eingesetzt, zum Schutz vor der Sonne, zur Belichtung und Belüftung der dahinter liegenden Räume, zum Schutz gegen unerwünschte Einblicke und zur Wahrung der Privatsphäre.

Bei der neuzeitlich geplanten kurzen Bauzeit von 5 Jahren müssen die Moucharabieh-Elemente komplett vorgefertigt und in eine speziell entwickelte Unterkonstruktion eingehängt werden, die dem Erdbebenrisiko der Region um Algier gerecht wird. Die DS-Plan-Fassadeningenieure haben gemeinsam mit den Architekten nach Prüfung vieler Alternativen hierfür eine zeitgemäße Bautechnik entwickelt… die Ornamentik wird aus Faserbeton gegossen. Dieser Werkstoff wird allen Anforderungen gerecht.

Die großen geschlossenen Wandteile der Fassaden werden hauptsächlich mit Naturstein bekleidet, dies auf einer Fläche von 95.000 m². Die Entwicklung von 8 Meter hohen Eingangsportalen, ebenfalls mit Moucharabieh-Bekleidung, waren eine weitere technische Herausforderung. Gemäß Terminplan soll die Moschee 2015 fertig gestellt sein.

Die Bildrechte der im Artikel verwendeten Fotos liegen bei: © Nacht: Visualisierung emptyform Darmstadt, Bild KSP Jürgen Engel Architekten Frankfurt, Tag: Visualisierung Arbeitsgemeinschaft KSP Jürgen Engel Architekten Frankfurt mit KuK Krebs und Kiefer, Innenansicht Gebetssaal: Visualisierung Macina Hannover, Bildnachweis KSP Jürgen Engel Architekten Frankfurt