Kunstmuseum

Glasklar

Mitten in Stuttgart sollte nicht nur ein weiteres öffentliches Gebäude den Raum besetzen, sondern ein Raum geschaffen werden, der sich – innen wie außen – den Bürgern und Besuchern der Stadt als Kommunikationsort anbietet. Das Museum und der umgebende Raum werden aktiver Bestandteil des städtischen Zentrums und des öffentlichen Lebens.

Bauherr
Stadt Stuttgart
Architekt
Hascher + Jehle, Berlin
Projektlaufzeit
2000 – 2005

DS-Plan Leistungen

Fassadentechnik, Energiedesign

Während die Räume der Dauerausstellung völlig introvertiert sind, ist der Kubus der Wechselausstellung so organisiert, dass die Ausstellungsräume zwar abgeschlossen im Inneren liegen, die Erschließung sich aber außen um den Würfel legt. Dieser Zwischenraum wirkt wie ein Schaufenster der Kunst, er hat eine besondere Außenwirkung für das Museum und die Stadt.

Die Transparenz des Glaswürfels ist integraler Bestandteil des Entwurfs. Die Wirkung der Fassade wechselt dabei zwischen Tag und Nacht. Am Tage zeigt sich durch die Minimierung der tragenden Stahlkonstruktion, die horizontalen Streifen und das zurückgesetzte Erdgeschoss ein elegant zurückhaltendes Gebäude, abends aber kehrt sich die Wahrnehmung um: Die äußere Glashülle löst sich auf, der Steinkubus leuchtet in seiner Naturfarbe auf und stellt eine direkte Beziehung zum benachbarten Königsbau her.

Fassade:
Hochselektives 2-fach Sonnenschutzglas beschichtet und bedruckt
100 % verglast

Raumklima:
Natürliche Lüftung
Thermisch aktive Bauteile
Multifunktionslamellen für Heizen, Kühlen, Sonnenschutz und Raumakustik

Energiekonzeption:
Fernwärme

Regenerative Quellen:
Natürliche Lüftung
Nachtkühle

Die Ausführung von DS-Plan
  • Energiedesign

    Beim Raumklimakonzept für den Erschließungsgang werden die Potenziale der natürlichen Lüftung und das Aktivieren von wärmespeichernden, massiven Bauteilen zum Senken der Raumtemperaturspitzen genutzt. Klar ist, dass ein vollständig verglaster Gang mit geringer Tiefe nur dann ohne großen Energieaufwand konditioniert werden kann, wenn das sommerliche Raumklima nicht so komfortabel sein muss wie in den Ausstellungsräumen. Das Raumklima im Kunstmuseum ist somit als Kaskade zumindest für heiße Sommertage aufgebaut: Beim Betreten des Erschließungsgangs wird die Luft als kühler empfunden als draußen, sehr komfortabel ist das Raumklima dann in den Ausstellungsräumen, das wegen der ausgestellten Kunstwerke das ganze Jahr über konstant ist.

    Der Erschließungsgang wird durch regelbare, nahezu unsichtbare Lüftungsklappen im Bodenbereich des ersten Obergeschosses und mit Abluftöffnungen im Dach natürlich be- und entlüftet. Die Natursteinwand ist mit wasserdurchflossenen Rohrschlangen thermisch aktiviert. Diese dienen im Winter als Grundheizung und im Sommer zur Spitzenkühlung In Verbindung mit den Glasbeschichtungen wird erreicht, dass die Temperaturen im Erschließungsgang im Sommer angenehmer als die Außentemperaturen empfunden werden.

Die Bildrechte der im Artikel verwendeten Fotos liegen bei: © Brigida Gonzales