Neubau Kreissparkasse

Transparent und ökologisch

Im April 2006 bezog die Kreissparkasse Tübingen ihr neues Verwaltungsgebäude „Sparkassen-Carré“ in Tübingen. Der Neubau ermöglicht es der Sparkasse, ihre Kapazitäten auszubauen und die Betriebsabläufe effizienter zu gestalten. Neben dem wirtschaftlichen Aspekt sollte das Gebäudekonzept vorbildhaft für ökologisches zukunftsorientiertes Bauen sein.

Bauherr
Kreissparkasse Tübingen
Architekt
Auer + Weber + Assoziierte, Stuttgart
Projektlaufzeit
2003 – 2008

DS-Plan Leistungen

Fassadentechnik, Energiedesign, Energiemanagement

Die Architekten Auer + Weber + Assoziierte entwickelten eine Konstruktion, deren Klarheit für zeitlose und wirtschaftliche Bauweise steht. Mit einem optimierten baulichen Wärmeschutz und einem nachhaltigen Energieversorgungskonzept wird der ökologische Anspruch unterstrichen. Über die 150 Bohrpfähle, die zur Gründung des Gebäudes notwendig waren, wird Erdwärme für das Heizen und Kühlen des Gebäudes bezogen. Die Pfähle sind effizient in ein Raumklimakonzept mit Niedertemperaturheizung und Hochtemperaturkühlung eingebunden. Der bauliche Wärmeschutz wird durch eine neu entwickelte hocheffiziente Dreifachverglasung und eine hoch wärmedämmende Fassade gewährleistet.

Fassade:
Hoch wärmedämmende Rahmenkonstruktion
3-fach-Wärmeschutzverglasung
100 % verglast

Raumklima:
Thermisch aktive Bauteile
Randstreifentemperierelement mit Tiefenfrequenzabsorber
Schichtlüftung

Energiekonzeption:
150 Energiepfähle
Wärmepumpe

Regenerative Quellen:
Natürliche Lüftung
Geothermie

Nachweise:
Energiemonitoring der ersten beiden Betriebsjahre
Primärenergieaufwand: 90 kWh/m²a

Die Ausführung von DS-Plan
  • Fassade

    Eine Herausforderung für die Fassaden und Klimaingenieure war die Entwicklung von sehr gut wärmedämmenden Rahmenelementen, die auch den gestalterischen Ansprüchen des Architekten genügten. Hoch wärmedämmende Rahmenkonstruktionen waren bislang sehr breit und für eine solche transparente und filigrane Bauweise nicht geeignet. In Zusammenarbeit mit dem Passivhaus-Institut in Darmstadt gelang es, den Wärmedämmwert einer 58 Millimeter schmalen Rahmenkonstruktion um 50 Prozent zu erhöhen und den Wärmeverlustkoeffizient UF von 1,6 auf 0,9 W/m2 K zu reduzieren.

    Die gut wärmedämmende Fassadenkonstruktion ist Voraussetzung für das innovative, energiesparende aber trotzdem behagliche Raumklimakonzept.

  • Energiedesign und Technische Gebäudeausrüstung

    Die Räume werden mit thermisch aktiven Decken beheizt und gekühlt, ein zusätzliches Randstreifentemperierelement ermöglicht die individuelle Regelung. Die Randstreifentemperierelemente sind zudem mit Schalldämmmaterial belegt und verbessern die Akustik im Raum – ein doppelter Nutzen, der die Wirtschaftlichkeit des Konzepts weiter erhöht.

    Auf Heizflächen an der Fassade kann aufgrund der guten Fassade verzichtet werden. Die Bodenquellluftdurchlässe werden vor den Öffnungsflügeln angeordnet und minimieren die Gefahr des Kaltluftabfalls. Mit der Schichtlüftung wird die Luft impulsfrei in den Raum eingeblasen.

    Mit der geothermischen Nutzung der 150 Bohrpfähle in Verbindung mit einer Wärmepumpe kann mehr als 70 Prozent des Heizenergieaufwands aus Umweltenergie gedeckt werden. Der Kühlenergieaufwand kann dagegen nahezu vollständig aus dem Erdreich gedeckt werden. Die CO2-Emissionen sinken um rund 177 Tonnen pro Jahr im Vergleich zu einer konventionellen Lösung mit Gaskessel und Kältemaschine.

Die Bildrechte der im Artikel verwendeten Fotos liegen bei: © Roland Halbe Fotografie